2006

April 2006: Neofaschismus-Ausstellung in Heide

Da es Mode ist, alles Nationale als „Faschismus“ zu verunglimpfen, war es nach Meinung verschiedener Obrigkeiten wieder Zeit, die Bevölkerung „volkspädagogisch richtig“ aufzuklären. Daß dieses im besten Sinne der Ergebnisse der PISA-Studie stattfand, wundert nur Unbedarfte und unpolitische Menschen. Jedenfalls war der Landrat Jörn Klimant angetreten, um alle aufzuklären und vor den „bösen Rechten“ zu warnen. Austragungsort war das Kreishaus. Dort waren die zeitgeistgerechten Exponate auf Stellwänden angebracht.

 

Wie es bei solchen Ereignissen sich gehört, posierten die wichtigsten Kämpfer für Demokratie und Gerechtigkeit für die Presse und Klimant meinte, daß man sich offensive mit den „Neonazis“ (oder diejenigen, die er und seine Gleichgesinnten dafür halten) auseinandersetzen müssen. Zu seinen Mitkämpfern gehörten sehr mutige Personen wie Prof. Uwe Danker, DBG Vorsitzender Karsten Wessels und der Hofhistoriker Martin Gietzelt. Diesen Personen ist wegen ihres Engagements für die Aufrechterhaltung der Demokratie in der BRD zu danken, wer weiß was alles passieren könnte, wenn es sie nicht gäbe?


Ein fader Nachgeschmack verbliebt jedenfalls, weil Prof. Danker sagte, daß man im „Kampfe“ mit den jungen und alten „Nazis?“ „mehr staatliche Härte“ benötige und „Neofaschisten?“ sogar als nette Nachbarn und sogar als Abgeordnete auftreten würden.


Offensichtlich sind dem sonst als liberal bekannten Mann, die Sicherungen durchgebrannt, denn „Sondergesetze“ sollte es in einer funktionierenden Demokratie doch nicht mehr geben und zwischen „guten“ und „schlechten“ Nachbarn und Abgeordneten selektieren darf man doch auch nicht mehr, oder?


Als eine kleine Gruppe von Interessierten zusammen mit dem ehemaligen Abgeordneten Ingo Stawitz am vorletzten Tag der Ausstellung, Anfang April erschien, um Fragen zu stellen und zu diskutieren, verließ den hohen Herren ganz plötzlich der Mut und man setzte Polizeigewalt ein, um Hausverbote durchzusetzen.


Ja, ja, Dr. Klimant wäre ein wirklich mutiger und demokratischer Mann, hätte er Herrn Stawitz nur freundlich begrüßt und ihm das Wort erteilt, aber dazu hat es denn nicht gereicht und so hat er doch gekniffen. Seine Devise und die seiner Mitkämpfer scheint zu sein: Unter sich bleiben und über andere schlecht zu reden!



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