21.06.2010
Die Krise in Deutschland und ihre Blüten.
Von Helmut Radunski
Gehälter, Sonderzahlungen
& Pensionen
Hier beginnen die, welche
jetzt die Fehlentscheidungen ausbaden sollen,
mit zaghaftem Einwenden, um sich dann aber den
weiteren Fehlentscheidungen wieder zu fügen um
persönliche Pfründe nicht in Gefahr zu bringen. So
geschehen als es hieß die Agentur für Arbeit wird
reformiert. Was war geschehen? Die Bundes-AfA in
Nürnberg lies sich damals von der Werbeagentur
Mc Kinsey? für sehr viel Geld ein
neues Logo mit Vermarktung schaffen.
Um dann wieder alles beim alten zu
belassen, denn eine wirkungsvollere bessere Vermittlung oder
erfolgreichere Leistung wurde von dieser Einrichtung nicht
erbracht. Einzig die Flure waren nicht mehr überfüllt, da es nur noch
möglich ist nach Anmeldung einen oder seinen Berater aufzusuchen.
Das war, wir erfahren das ausgerechnet in
der Linkszeitung vom 19.06.2010 unter dem Titel: „ Absahnen in der
Bundesanstalt für Arbeitslosigkeit, Spätrömische Dekadenz ganz
real“
Das laut einem Prüfbericht für einen
kleinen Kreis von rund 240 BA-Mitarbeitern Gehälter in Höhe von rund
200.000 Euro ausgeschüttet wurden. Der Bundesrechnungshof
kritisiert die "Mauschelei bei den Vergütungen". Weder habe die
BA das zuständige "Arbeits"-Ministerium über die Gehälter informiert
noch die Stellen ausgeschrieben. Die Auswahl der Bewerberinnen sei
nicht "transparent" gelaufen, sondern habe sich nach den
"Einzelfallentscheidungen des Vorstands" gerichtet. Es seien keine
durchgängigen, an Eignung, Befähigung und Leistung orientierten
Auswahlkriterien erkennbar gewesen. Auch vor skurrilen
Konstruktionen schreckte die Führungs-Etage von Deutschlands
Arbeitslosigkeits-Verwaltung offenbar nicht zurück. So versetzte sie
laut einem Bericht der Bundesregierung einen außertariflich
Beschäftigten für eine "logische Sekunde" in ein
Beamtenverhältnis, um ihm Pensionsansprüche zu sichern.
Anschließend wurde er beurlaubt und mit einem übertariflichen
Privatgehalt ausgestattet. Der Wildwuchs zeigt sich auch in einer
bunten Mischung aus monatlichen Fixgehältern von 5300 bis 7200 Euro!
Vor dem Hintergrund dieser Informationen aus Berlin und Nürnberg
bekommt die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, "Wir leben über
unsere Verhältnisse", eine ganz neue Bedeutung im Verhältnis zu
arbeitslosen und ALG II Empfängern. Aber wirklich wundern
braucht man sich darüber nicht, wenn eine Milliarde mehr für Beamte
möglich ist obwohl die Bundesregierung ansonsten Sparmaßnahmen
beschließt. Nur bei sich selbst ist der Rotstift tabu – im Gegenteil:
Auf dem Höhepunkt der größten Schuldenkrise der Bundesrepublik will
das Kabinett seinen Staatsdienern und sich selbst die Bezüge erhöhen!
Demnach sollen die Bezüge für Bundesbeamte und Pensionäre rückwirkend
zum 1. Januar um 1,2 Prozent steigen, in zwei weiteren Stufen bis
Mitte 2011 um insgesamt 2,1 Prozent. Obendrauf gibt es eine
Einmalzahlung von 240 Euro.
Vergessen wir nicht, daß Beamte in den
höheren Laufbahnen der Ministerien meist diejenigen sind, die halb
Legislative halb Exekutive die Ausarbeitung vieler Schlechtigkeiten
für den Klüngel, der sich elitär wähnenden abgehobenen Führungsschicht
erledigt. Neu ist diese Umgehensweise aber nicht, denn
schon als Ministerpräsident hatte Herr Gabriel (SPD) seine Freundin
bei VW unterbringen können. Wer hierbei hinten runter fällt ist immer
wieder der durchschnittsdeutsche also Otto Normalbürger.
GEZ – ERSATZ
Professor Kirchhof aus Heidelberg hat sich
etwas einfallen lassen. Das von ARD und ZDF bestellte
Gutachten des ehemaligen Verfassungsrichters Kirchhof fordert einen
Rundfunkbeitrag pro Haushalt. Damit würden die Rundfunkgebühren
ab 2013 steigen und eine zentrale Einwohnermeldedatenbank der
Rundfunkanstalten und der GEZ würde wahrscheinlich. Die
Umsetzung der Haushaltsabgabe bedeute für die Menschen, dass die
Rundfunkgebühren steigen. "Von bisher keiner Gebühr für die, die
nicht hören, oder 5,76 Euro für die reine Teilnahme am Rundfunk, auf
in Zukunft 17,98 Euro für alle Haushalte. Der Verfassungsrechtler
Kirchhof bejaht die Frage, ob eine Haushaltsabgabe
verfassungsrechtlich zulässig sei. Das Beitragsmodell mit
Wohnungs- und Betriebsstättenabgabe ist eine „gute Grundlage“ für die
weitere Diskussion zur „Reform“ der Rundfunkgebührenfinanzierung,
war von der SPD zu erfahren. Auch die Grünen stellten sich
hinter das Gutachten: Jetzt ist der Weg frei für eine
Mediengebühr, die wir seit vielen Jahren vorschlagen. Professor
Kirchhof unterstützt mit seinem Gutachten unsere Forderung und
räumt juristische Bedenken aus dem Weg.
Was soll uns das aber sagen? Nun, es
gibt nicht mehr genug zu verteilen für Posten und Pöstchen bei
der GEZ da Einnahmen weg brechen und Steuern für Rüstungsgeschenke
oder Kriegseinsätze verwendet werden. Also wird eine neue
Einnahmequelle gebraucht. Steuern zu erhöhen oder neue einzuführen ist
kaum möglich, da derzeit schon ca.50% des Einkommens aller
Arbeitnehmer durch direkte und indirekte Steuern und Abgaben
abgeschöpft werden. So wird ein neuer Versuch gestartet, um
zusätzliche Mittel zu generieren. In dem man den Eindruck erwecken
will, es sei gerecht, wenn alle zahlen wird aus einer
zweckgebundenen Einnahme für eine zu erbringende Leistung eine
allgemeine Abgabe (was ja keine Steuer ist) geschaffen und
gleichzeitig die Einnahmebasis so weit vergrößert, daß weiterhin
nach Parteienproporz Posten geschaffen werden können! Also Posten für
hoch und somit weg zu lobende Parteifreunde! Damit
wird es jedem unmöglich gemacht, sich den Zwangsgebühren für
nicht erwünschte "Leistungen" zu verweigern. Es werden also
leistungslose Einnahmen auf gesetzlicher Grundlage generiert!
Gemeinden sollen die Bürger vermehrt zu Abgaben zwingen.
Die Krempdorfer Bürgermeisterin Dörte Harms
äußerte sich auf dem Steinburger Gemeindetag in Oelixdorf zu einem
Thema, das in vielen Orten für Diskussions-Stoff sorgt - spätestens
nach einer Mitteilung aus dem Kieler Innenministerium. Von dort war
vor einigen Monaten der deutliche Hinweis gekommen, daß Bürgermeister
sich sozusagen persönlich strafbar machten, wenn sie ihre
Bürger beim Ausbau von Straßen nicht gebührend zur Kasse bitten.
Das Thema werde derzeit auch auf Landesebene diskutiert, wobei der
Geschäftsführer des schleswig-holsteinischen Gemeindetages, Jörg Bülow
ein mögliches, neues Modell skizzierte. So könnten in
den Gemeinden künftig statt einmaliger
Ausbaubeiträge auch jährlich wiederkehrende Beiträge erhoben werden,
die dann entsprechend niedriger ausfallen. Das Geld würde für den
eines Tages fälligen Straßenausbau quasi angespart.
Was sagt uns das? Was bei der GEZ
klappt, sollte auch für den Straßenausbau und Reparaturen sowie für
Schmutzwasseranfall (wie in Uetersen kürzlich geschehen) anzuwenden
sein. Wenn die erhobenen KFZ / Mineralölsteuern und Mautgebühren nicht
für den Erhalt der Straßen verwendet werden, wozu sie eigentlich
gedacht waren, sollen sich die Gemeinden neue Einnahmequellen suchen,
um Ihre Aufgaben zu erfüllen. So die Meinung des
Geschäftsführers des schleswig-holsteinischen Gemeindetages Jörg
Bulow. Wenn man so will: Abzocke der Bürger ohne Ende, um die
Pflichten zu erfüllen, für die schon Steuern gezahlt werden!
Regenwasserentwässerung. SPD für Grundgebühr
Die Wilsteraner Sozialdemokraten
befürworten die Einführung einer Grundgebühr, die jeder
Grundstückseigentümer für die Regenwasserentwässerung bezahlen soll -
egal, ob er Regenwasser in die Kanalisation einleitet oder nicht. Das
hat der Fraktionsvorsitzende der SPD in der Ratsversammlung, Helmut
Jacobs, auf der Hauptversammlung des Ortsvereins seiner Partei
gefordert, um die Kosten auf noch mehr Schultern zu verteilen. Bisher
zahlen Grundeigentümer, die ihr Oberflächenwasser direkt in die
Wilsterau und nicht in die Kanalisation einleiten, keine Gebühr.
Wenn erst einmal ein Loch im
Bundeshaushalt entstanden ist, wird der Fehlbetrag immer von den
untergeordneten Verwaltungsstrukturen der Länder und Gemeinden
abgefordert, um den eigenen Haushalt zu konsolidieren. Denen
also die schon wenig haben, wird dann geraten neue Quellen der
Finanzierung zu erschließen. Hier scheint keine Form der Rechtsbeugung
so unvertretbar, als das man es nicht versuchen würde, weitere
Einnahmequellen zu erschließen.
Wir leben in einer Demokratie und auch hier
wird Toyota mit der Werbung verkauft: “ Nichts ist unmöglich!“
Und wenn sich dieser oder jener damit
nicht einverstanden erklärt schaffen wir, wie zu lesen ist, schnell
noch die neue Hauptstrafe Führerscheinentzug bei verkehrsfremden
Delikten zur Disziplinierung unwilliger Deutscher, wenn deren
Verhaltensweise nicht der geforderten Norm entspricht. Eine
Einschränkung der persönlichen Freiheit. In der Ex-DDR gab es
solches schon bei der Wohnort Wahl. Wer von einem Bezirk in den
anderen wollte, musste sich eine Erlaubnis von der jeweilig
zuständigen Wohnbewirtschaftungsbehörde holen.
Sind wir schon in der DDR 2?
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