Nein, das ist kein Aprilscherz, sondern genau so einer Pressemitteilung der Deutschen Presseagentur (dpa) zu
entnehmen. „Auf ihrer Internetseite fordert die rechtsextreme Partei Aktivisten auf, die Volkszählung dazu zu
nutzen, in der Nachbarschaft Flugblätter zu verteilen und mit anderen ‚ins Gespräch zu kommen.‘ Das sei
gesetzwidrig und verstoße gegen den Grundsatz der unparteilichen Ausübung…“ heißt es unter anderem im
Netzportal der Tageszeitung „Welt“. Der Urheber dieses Zitats hätte in der DDR bestimmt Karriere gemacht.
Und die Peinlichkeit geht noch weiter: Das Ministerium möchte nun am liebsten sämtliche Volkszähler des
Landes durch Angehörige des Öffentlichen Dienstes ersetzen lassen. Eine abenteuerliche Idee, denn es werden
buchstäblich tausende von Freiwilligen benötigt. Allein in Bad Segeberg sind es zum Beispiel 350. Offenbar
reicht eine völlig harmlose Pressemeldung der Nationaldemokraten aus, um sämtliche Einwohner des Landes
unter den gar schrecklichen Verdacht zu stellen, der nationalen Opposition anzugehören. Hätte man den Aufruf
der NPD im übrigen richtig gelesen, wüßten die Kieler Beamten, daß es nicht darum geht, den Zensus in
irgendeiner Weise zu „mißbrauchen“, sondern lediglich dazu aufgefordert wurde, sich freiwillig daran zu
beteiligen und – selbstverständlich nicht während der „Arbeitszeit“ – zum Beispiel anschließend noch ein paar
Flugblätter in dem jeweiligen Ort zu verteilen, in dem man ohnehin gerade ist.
Der Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen Nationaldemokraten, Jens Lütke, dazu: „Daß eine Behörde
alle Einwohner eines Landes von einer Volkszählung ausschließen will, zu der sie seit Monaten händeringend
Freiwillige sucht, ist schon ein irrwitziger Schildbürgerstreich. Da scheint jemandem klar geworden zu sein, daß
die Verteufelung von Nationalisten nur so lange funktioniert, wie die Bürger keine Nationalisten kennengelernt
haben. Da wir das schon lange wissen, werden wir jetzt natürlich nicht zurückstecken, sondern in den nächsten
Tagen intern noch einmal jedes Mitglied unserer Partei ausdrücklich auffordern, sich zu bewerben. Ich schätze,
die Chance, daß der freundliche Befrager, der demnächst vor der Tür steht, in seiner Freizeit ein NPDler ist,
steht für die Bürger in Schleswig-Holstein ganz gut.“
Interessant könnte im übrigen auch die Frage werden, wie gut die lokalen Behörden eigentlich darin sind,
NPD-Mitglieder zu erkennen. Bisher haben sich rund ein Dutzend uns bekannte Aktivisten beworben, ein Drittel
davon mit Parteibuch, und noch deutlich mehr werden jetzt sicherlich folgen. Wir sind jedenfalls gespannt auf
die „Fangquote“ der Ämter und werden Sie nach Abschluß des Zensus an dieser Stelle darüber informieren!
Jörn Lemke
NPD-Landespressesprecher
presse@npd-sh.de
Lübeck den 28.01.2011
...zurück